17.02.2005

21:20 Uhr

Abschiebung-nein-danke

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Leserbrief von Frau von Kleist |

Auszüge aus der Regierungserklärung

Kulturbedingte "Ehrenmorde" (Artikel aus der "Zeit" vom 3.3.2005)

Leserbrief: Zur Berichterstattung über die geplante Abschiebung von Zahra Kameli vom 15.02.2005 


Nun ist es also beschlossene Sache: Zahra Kameli wird in drei Wochen 
in ihr Heimatland abgeschoben. Mit einem Gefühl von Entsetzen und Ohn-
macht verfolge ich die Berichte über das Schicksal der zum Christentum übergetretenen Iranerin, die befürchtet, in ihrem Land wegen Ehebruch, verbunden mit Abfall vom Islam, gesteinigt zu werden.
Ursprünglich war das Asylrecht dazu da, um aus politischen oder religiösen Gründen Verfolgten, denen in ihrer Heimat Gefahr für Leib und Leben 
drohte, Schutz zu bieten. Hier ist nun einmal ein Fall gegeben, in dem 
ein Mensch dringend aufgenommen werden müsste. Aus zuverlässiger 
Quelle weiß ich, dass die Gefahr durchaus real ist. 

Offiziell ist die Strafe der Steinigung im Iran abgeschafft, was aber nicht ausschließt, dass Steinigungen tatsächlich stattfinden. 
Und sobald die Sicherheit der jungen Frau in ihrem Heimatland auch nur ansatzweise anzuzweifeln ist, besteht Grund genug, ihr ganz unbürokra-
tisch Asyl zu gewähren. Auf jeden Fall erwarten die Frau eine harte Gefängnisstrafe, Misshandlungen, Ächtung durch die Familie und die 
Gesellschaft und keine Zukunft im Beruf und in menschlichen Beziehungen.

Es ist bestürzend zu sehen, dass so viele Menschen und Organisationen, 
Christen und Politiker, auf Zahra Kamelis Seite sind - und dabei letztlich 
nur zwei Männer die Befugnis haben, über ihr Schicksal zu entscheiden: 
Schily (SPD) und Schünemann (CDU). 

Schily - der auf der anderen Seite Fischers haarsträubender Visa-Politik 
nichts entgegenzusetzen vermag - und Schünemann können offenbar 
gut mit der Möglichkeit leben, dass sie einen Menschen in den Tod schicken, wobei offen bleiben kann, ob man diese Frau physisch oder psychisch 
vom Leben abschneiden wird. Und das ist ein Verstoß gegen das 5. Gebot. 

Dass es offiziell keine Steinigung gibt, entlastet das Gewissen, und was tatsächlich geschieht, wird niemand mehr erfahren, zumal es auch in den iranischen Medien kein Thema sein wird.

Ich kann im Übrigen nicht umhin, im Vorgehen der Verantwortlichen eine Diskriminierung von Christen und eine Abwertung christlichen Glaubens 
zu sehen. 

Das Verwaltungsgericht Braunschweig sieht Frau Kamelis Wechsel zum Christentum als „unglaubwürdig“ an. 

Zunächst einmal sollte das Glaubensbekenntnis eines Menschen unantastbar 
und zu respektieren sein. Auch sonst hat in der Welt der Justiz jede Aussage Gültigkeit. Dann ist diese Begründung ihrerseits nicht überzeugend, denn das Argument, etwas sei unglaubwürdig, basiert auf der Auffassung, dass ein Wechsel in der Anschauung Vorteile bringen kann. Aber Vorteile hat sich 
Zahra Kameli mit ihrer Konversion gewiss nicht verschafft. 

Was für ein Mut gehört dazu, ganz besonders für eine muslimische Frau, sich zum christlichen Glauben zu bekennen!

Ich frage mich nun, wer denn überhaupt noch ein Anrecht auf Asyl hat! 
Wenn der Maßstab, der für Zahra Kameli gewählt wurde, an alle Asylsuchenden angelegt wird, dürfte kaum noch jemand in Deutschland aufgenommen werden.

Aber vielleicht wollen Fischer, Schily und Co. durch ihre Visa-Praxis lieber jede Menge Kriminelle, Prostituierte und Drogenmafiosi in Deutschland willkommen heißen als zwangsverheiratete Frauen, die ein Bekenntnis zum Christentum ablegen! 

Ich wünsche Frau Kameli, ihrem Lebensgefährten, den Christen und anderen Menschen, die ihr zur Seite stehen, Ideen und Mut, um einen Weg der Rettung zu finden, und ich wünsche, es gäbe noch mehr Menschen mit Zivilcourage wie der Pilot, der sich weigerte, mit der jungen Frau an Bord abzufliegen.

16.02.2005: 
Es ist hoffnungsvoll, dass die vielen und gewichtigen Stimmen, die sich gegen eine Abschiebung aussprechen, sich Geltung verschaffen können! 

18./19.02.2005:
Schünemann nennt asylunabhängige Gründe gegen eine Abschiebung: familiäre Beziehungen, gute Integration in Deutschland, gesicherter Lebensunterhalt, angefangene Ausbildung. M. E. hat Frau Kameli gerade mit ihrem Übertritt zum christlichen Glauben - so persönlich die Beweggründe gewesen sein mögen - ein hohes Maß an Integrationsfähigkeit bewiesen.

 
 

Dr. Julia von Kleist
Stadthagen

 

Aufenthaltsrecht für Zahra Kameli
heißt auch eine
Härtefallkommission für Niedersachsen!

Schreiben Sie einen Brief und senden Sie ihn an den niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann!
(Post- und E-Mail-Adressen)

Schreiben Sie Ihre Meinung, lassen Sie
Herrn Schünemann wissen, was Sie denken!

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