17.02.2005

21:15 Uhr

Abschiebung-nein-danke

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Auszüge aus der Regierungserklärung

aus www.glaube24.de:
vom Autor authorisierte Übernahme des Artikels von heute

Bischöfin appelliert an Bundespräsidenten 

Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat sich an den 
Bundespräsidenten Köhler gewandt mit der Bitte, sich für die zum 
Christentum übergetretene Iranerin Zahra Kameli einzusetzen. Diese
sollte am Donnerstag in den Iran abgeschoben werden. Ihr Antrag auf
Asyl wurde abgelehnt. 
Der Pilot der Maschine, die Zahra Kameli nach Teheran bringen sollte, 
weigerte sich jedoch sie auszufliegen, da die 24jährige Frau aus Angst 
vor der Abschiebung und aufgrund ihrer körperlichen Verfassung 
zusammengebrochen war. 

Kameli war im Mai 2001 mit ihrem Mann nach Deutschland eingereist. 
Ihren Mann musste sie auf Wunsch ihrer Eltern im Alter von 16 Jahren 
heiraten, wie der Asylkreis Göttingen e.V. berichtete, der sie seit länge-
rem betreut. Nach Angaben von dem EKD-Beauftragen für Seelsorge an 
Iraner Pfarrer Kurzner litt Zahra Kameli nicht nur aufgrund der ungewissen 
Asyl-Situation. Auch die Ehe wurde für die junge Frau immer unerträglicher.

In dieser schwierigen Zeit fand sie Trost und Hilfe in einer christlichen 
Gemeinde in Bad Harzburg / Niedersachen. Durch die positiven Erfahrun-
gen mit Christen, öffnete sich die Muslimin Kameli dem christliche Glaube 
und ließ sich letztes Jahr taufen, wohl wissend, dass dieser Glaubens-
schritt ihre Situation bei einer Abschiebung noch verschärfen würde. 
In der Gemeinde lernte sie nämlich auch einen Mann kennen, mit dem sie 
sich verlobte. 

Mittlerweile sieht sich Kameli massiven Drohungen durch ihren iranischen 
Ehemann ausgesetzt, der mittlerweile mit der gemeinsamen Tochter in 
den Iran zurückgekehrt ist und ihre Abschiebung befürwortet. Nach iranischem 
Recht, das einer strengen Lesart der Koranvorschriften folgt, droht bei 
Ehebruch die Steinigung.

Zwar wächst nach einem Bericht der Evangelischen Nachrichtenagentur idea 
die Zahl der Christen im Iran sprungartig, doch müssen Muslime, die zum 
Christentum wechseln, immer noch mit harten Strafen rechnen. 
Wie Dr. Thorsten Grahn, Leiter der Abteilung „Internationale Projekte“ beim 
ERF erklärte, ist die Situation von Christen im Iran, die aufgrund ihrer 
ethnischen Zugehörigkeit schon seit Jahrhunderten Christen sind, halbwegs 
erträglich. Problematisch wird es erst dann, wenn ein Muslim sich zum 
christlichen Glauben bekehrt. Wer nämlich die Glaubensgemeinschaft ver-
lässt, dem droht die Todesstrafe. 

Aufgrund der gesundheitlichen Situation Kamelis wurde die Abschiebung 
nun vorübergehend ausgesetzt, aber nur so lange, bis sie wieder trans-
portfähig ist.
Da die Rechtswege ausgeschöpft sind, versucht eine Privatinitiative in 
Zusammenarbeit mit Pfarrer Kutzner nun, den Bundespräsidenten durch 
eine Unterschriften-Aktion über die Seite www.abschiebung-nein-danke.de 
zu bewegen, die Abschiebung auszusetzen 

Äußerst betroffen vom Schicksal Kamelis zeigt sich der von der EKD für 
Seelsorge an Iranern Beauftrage Pfarrer Hans-Jürgen Kutzner, der Kameli 
in den letzten Monaten begleitet hatte: „Kurz vor der Abschiebung habe ich 
noch mit Zahra beten und das Abendmahl feiern dürfen. Ich kann nicht ver-
stehen, wie ein Richter eine Abschiebung für eine junge Frau verfügen kann, 
der offensichtlich Gefahr für Leib und Leben droht.“

Autor: Michael Gerster

Süddeutsche Zeitung: Hintergrundinfos
Die Welt: "Darauf steht die Todesstrafe"
www.idea.de

wir danken dem Autor Michael Gerster und www.glaube24.de für die
freundliche Genehmigung zur Übernahme des Artikels. Das Original
finden Sie unter http://www.glaube24.de/index.php?node=17-542-239

Schreiben Sie einen Brief und senden Sie ihn an den niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann!
(Post- und E-Mail-Adressen)

Abschiebung-nein-danke